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Paula Radcliffe kehrt zurück

[30.05.2011] - Paula Radcliffe geht wieder an den Start: Gut eineinhalb Jahre nach ihrem letzten Rennen wird die britische Marathon-Weltrekordlerin am kommenden Montag erstmals wieder einen ernsthaften Wettkampf laufen. Die 37-Jährige, die im vergangenen September ihr zweites Kind auf die Welt brachte, startet bei den London 10.000. Der 10-km-Straßenlauf, dessen Kurs zum Teil über die Strecke des olympischen Marathonrennens 2012 führt, findet am Bank Holiday-Montag statt, einem Feiertag in Großbritannien. Mit der Goldmedaille im Marathon will Paula Radcliffe bei den Spielen 2012 in London ihre Karriere krönen.


Paula Radcliffe, hier vor einem lockeren Rennen im Juni 2010 während ihrer Schwangerschaft, kehrt am Montag in London wieder ins Wettkampfgeschehen zurück.
© www.photorun.net

In den vergangenen Jahren immer wieder durch Verletzungsprobleme gestoppt, lief Paula Radcliffe zuletzt den New York-Marathon 2009. Als Titelverteidigerin angetreten, wurde sie damals Vierte in 2:29:27 Stunden. Ihr Marathon-Weltrekord steht seit 2003 bei 2:15:25 – eine Zeit, an die bis heute keine andere Läuferin auch nur annähernd herangekommen ist. Nach der Geburt ihres Sohnes Raphael im September 2010 ließ sich Paula Radcliffe bewusst viel Zeit, bevor sie nun ins Wettkampfgeschehen zurückkehrt. Bei einigen Straßenläufen hatte sie sich in den vergangenen zwölf Monaten allerdings locker laufend unter die Breitensportler gemischt.

Ursprünglich wollte Paula Radcliffe bereits vor zwei Wochen bei einem 10-km-Rennen in Manchester an den Start gehen. Doch eine Erkältung stoppte das Comeback, das nun in London stattfindet. In der Hauptstadt trifft Paula Radcliffe, die mit 30:21 Minuten auch den aktuellen 10-km-Weltrekord hält, auf ausschließlich nationale Konkurrenz. Die voraussichtlich stärkste Gegnerin ist Jo Pavey. Die ebenfalls 37-Jährige hat eine 10-km-Bestzeit von 31:47 Minuten und lief im April ihr Marathon-Debüt in London mit 2:28:24 Stunden.

Nach wie vor plant Paula Radcliffe, im Herbst einen Marathon zu laufen. Dabei will sie sich auf einer schnellen Strecke mit einer sehr guten Zeit auch über die klassische Distanz zurückmelden. Es steht noch nicht fest, wo Paula Radcliffe im Herbst über die 42,195 km laufen wird, der Berlin-Marathon ist aber weiterhin im Gespräch.

Text: race-news-service.com

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Äthiopischer Doppelsieg in Hamburg

[23.05.2011] - Einen äthiopischen Doppelsieg gab es beim Hamburg-Marathon, der sich bei sommerlichen Temperaturen zu einem Hitzerennen entwickelte. Bei am Ende über 20 Grad Celsius waren Topzeiten nicht möglich. Während Gudisa Shentema in 2:11:03 Stunden gewann, setzte sich bei den Frauen die Debütantin Fatuma Sado Dergo in beachtlichen 2:28:30 durch. Zum ersten Mal in der Geschichte des Hamburg-Marathons, die 1986 begann, gab es einen äthiopischen Doppelsieg. Die integrierte Deutsche Meisterschaft entschieden Stefan Koch (LG Braunschweig/2:20:39) und Steffi Volke (LG Telis Finanz Regensburg/2:51:18) für sich. Der zweitgrößte deutsche Marathon verzeichnete 16.117 Anmeldungen.


Gudisa Shentema gewann den Hamburg-Marathon.
© Hamburg-Marathon

Im Männerrennen hatten die Veranstalter im Vorfeld auf die Neuauflage des Duells zwischen den Kenianern Rodgers Rop und Wilfred Kigen gesetzt. 2007 hatte Rop in 2:07:32 Stunden mit nur einer Sekunde Vorsprung vor Kigen gewonnen. Doch zu einem Duell kam es am Sonntag nie. Rop hatte bereits nach 10 Kilometern einen Rückstand von knapp zwei Minuten auf die Spitzengruppe und stieg bald darauf aus. Der Kenianer, der einst die Marathon-Klassiker in Boston und New York gewonnen hatte, ist weit weg von seiner ursprünglichen Topform. Auch Kigen kam in Hamburg nicht ins Ziel. An der Halbmarathonmarke lief der Vorjahressieger des Rennens noch in einer 13-köpfigen Spitzengruppe, die diesen Punkt in 65:03 Minuten erreichte. Doch nach 30 km hatte er gut eine Minute Rückstand und beendete den Marathon danach vorzeitig.

Bei den steigenden Temperaturen wurde das Rennen in der zweiten Hälfte langsamer. Als eine achtköpfige Spitzengruppe den 30-km-Punkt nach 1:33:06 Stunden passierte, war eine Zeit unter 2:10 praktisch schon außer Reichweite. In der Folge dezimierte sich die Gruppe immer weiter und schließlich entstand ein Zweikampf zwischen Gudisa Shentema und Kipkemboi Kipsang (Kenia). Erst auf den letzten zwei Kilometern fiel die Entscheidung zugunsten des Äthiopiers, der das Tempo in dieser Phase noch einmal forcieren konnte. Der 30-Jährige, der vor zwei Wochen beim Prag-Marathon aufgegeben hatte und nun in einem zweiten Anlauf in Hamburg erfolgreich war, gewann schließlich mit 15 Sekunden Vorsprung vor Kipsang (2:11:18). Shentema, der eine Marathon-Bestzeit von 2:07:34 vorweisen kann und in Hamburg seinen größten Sieg über die 42,195 km feierte, hatte in der Vergangenheit schon einige gute Platzierungen erreicht. So war er 2006 beim Berlin-Marathon Zweiter. Rang drei belegte in Hamburg Johnstone Maiyo (Kenia/2:11:27), gefolgt vom aus Kenia stammenden Bellor Yator (Katar/2:11:30).

Mit Stefan Koch setzte sich im Rennen um den deutschen Meistertitel der Favorit durch. Doch der 26-Jährige quälte sich am Ende bei den hohen Temperaturen. Nach einer Halbmarathon-Durchgangszeit von 68:18 Minuten wurde auch er deutlich langsamer und musste bei Kilometer 40 sogar eine kurze Gehpause einlegen, bevor er sich doch noch als Achter des Gesamtklassements ins Ziel schleppte. „Ich hatte schon nach 16 km Seitenstechen. Dann wurde es wieder besser, doch bei Kilometer 34 begannen die Probleme und bei 40 ging gar nichts mehr. Mein Körper wollte nicht mehr“, sagte Stefan Koch in einer ersten Stellungnahme im NDR-Fernsehen und fügte hinzu: „Ich bin froh, dass ich trotzdem Deutscher Meister geworden bin.“ Nachdem die Titelverteidigerin Bernadette Pichlmaier (LAG Mittlere Isar) verletzungsbedingt nicht hatte starten können, sicherte sich Steffi Volke den Titel. 2:51:18 Stunden reichten ihr zum nationalen Sieg und zu Platz elf in der Gesamtwertung.

Fast 23 Minuten vor der Deutschen Meisterin hatte eine Debütantin den Hamburg-Marathon für sich entschieden: Die erst 19-jährige Fatuma Sado Dergo lief, geführt von einem Tempomacher, als einzige eine Zeit von unter 2:30 Stunden (2:28:30). Die Halbmarathonmarke hatte sie gemeinsam mit Rose Kosgei (Kenia) und Halima Hassen Beriso (Äthiopien) in 1:12:42 erreicht. In der Folge verloren zunächst die Kenianerin, die bis auf Rang sechs zurückfallen sollte, und dann auch die Äthiopierin den Kontakt zu Fatuma Sado Dergo, die sich in diesem Jahr im Halbmarathon auf 69:02 Minuten verbessert hatte. Hinter Dergo wurde Beriso mit 2:32:42 Zweite. Joyce Kandie (Kenia) belegte in 2:33:05 Rang drei.

Text: race-news-service.com

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Olympiasieger Sammy Wanjiru ist tot

[18.05.2011] - Sammy Wanjiru ist tot. Der erst 24-jährige Marathon-Olympiasieger aus Kenia starb nach einem Sturz vom Balkon seines Hauses am Sonntag in Nyahururu – ob es sich um einen Unfall oder gar um einen Selbstmord handelt, ist noch nicht klar. Die erschütternde Nachricht vom tragischen Tod des Sammy Wanjiru löste einen Schock aus im internationalen Laufsport.


Sammy Wanjiru vor seinem Haus, von dessen Balkon er in den Tod stürzte.
© photorun.net

Spätestens seit seinem Olympiasieg in Peking 2008 galt Sammy Wanjiru als der beste Marathonläufer der Welt. Es schien nur eine Frage der Zeit und des passenden Rennens, wann Sammy Wanjiru auch den Weltrekord von Haile Gebrselassie (Äthiopien/2:03:59 Stunden) brechen würde – so dominant war er in seinen Rennen. Dabei kam immer wieder der Berlin-Marathon ins Gespräch, doch zu einem Start kam es weder 2009 noch 2010.

Abseits des Laufsports hatte Sammy Wanjiru in den vergangenen sechs Monaten jedoch viele private Probleme. Deren Ursprung hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass der Kenianer mit dem großen Reichtum, den ihm sein Erfolg brachte, nicht zurecht kam und auf die schiefe Bahn geriet. Dieses Schicksal teilte er mit einer Reihe von anderen erfolgreichen Landsleuten. Dass die Probleme bei Sammy Wanjiru letztlich wahrscheinlich bis in den Tod führten, ist extrem tragisch.

Vor zwei Monaten noch schien es als könnte Sammy Wanjiru seine Probleme in den Griff bekommen und als könnte er demnächst wieder sportliche Schlagzeilen schreiben.

Kenias Marathon-Olympiasieger Sammy Wanjiru musste sich vor Gericht nicht mehr wegen einer angeblichen Morddrohung gegen seine Frau und einem tätlichen Angriff gegen einen Angestellten verantworten. Seine Frau Tereza Njeri und der betroffene Wachmann hatten entsprechende Anschuldigungen gegen ihn zurückgezogen. Gerichtliche Ermittlungen liefen gegen Sammy Wanjiru nun lediglich noch wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Hierzu war eine Anhörung für nächste Woche angesetzt. Doch dieses Verfahren hätte ihm in Kenia kaum größere Probleme bereiten können. Dass gut verdienende Kenianer – darunter sind etliche der Topläufer – Waffen zur Selbstverteidigung besitzen, dürfte nicht ungewöhnlich sein. Überfälle auf prominente Athleten gibt es immer wieder. Sammy Wanjirus Familie wurde im Herbst 2008, relativ kurze Zeit nach dem Olympiasieg, selbst von einer bewaffneten Bande in ihrem Haus überfallen.

Ende Dezember soll Sammy Wanjiru in seinem Haus in Nyahururu – die Stadt liegt etwa zwischen Nairobi und Eldoret – seine Frau, mit der er zwei kleine Kinder hat, während eines Streites mit einer Kalaschnikow bedroht haben. Mit dem Gewehrkolben habe er zudem einen seiner Wachleute verletzt, hieß es. Nach einer Anzeige von Tereza Njeri und dem Wachmann William Masinde verbrachte Sammy Wanjiru eine Nacht in einer Gefängniszelle. In der zweiten Januarhälfte erlitt der zweifache World Marathon Majors (WMM)-Sieger dann zudem leichte Verletzungen bei einem schweren Autounfall.

Zu einer gerichtlichen Anhörung bezüglich der angeblichen Morddrohung war es nie gekommen. Denn zuvor zogen Njeri und Masinde die Anzeigen zurück. Kurz danach erklärte das Paar vor laufenden Kameras, dass es wieder zusammengefunden habe und die Meinungsverschiedenheiten beigelegt seien. Doch die Eheprobleme waren offenbar nicht gelöst. Am Wochenende, so berichtet die kenianische Zeitung „Daily Nation“ mit Bezug auf die ermittelnden Polizeibeamten, soll Sammy Wanjiru in seinem Haus von seiner Frau mit einer Freundin überrascht worden sein. Bei dem anschließenden Streit sei der Olympiasieger offenbar vom Balkon gefallen. Ob dies ein Unfall oder sogar Selbstmord gewesen sein könnte, ist ungeklärt. Sammy Wanjiru erlag inneren Verletzungen.

Kenia hat mit Sammy Wanjiru einen der besten Läufer aller Zeiten verloren, der sein volles Potenzial sicher noch nicht ausgeschöpft hatte. Sein italienischer Manager Federico Rosa erklärte gegenüber der BBC, er habe noch am Wochenende mit Sammy Wanjiru telefoniert. Der Läufer habe sehr zielstrebig geklungen, so dass er einen Selbstmord ausschließe. Sammy Wanjiru sollte ursprünglich beim London-Marathon im April starten, hatte seine Teilnahme jedoch aufgrund einer Verletzung absagen müssen.

Sammy Wanjirus Karriere


Sammy Wanjiru beim Olympiasieg in Peking 2008.
© photorun.net

Seine erste Weltbestzeit lief das Ausnahmetalent Sammy Wanjiru bereits als 15-Jähriger. Damals rannte er in Konosu (Japan) über 10.000 m 28:36,08 Minuten – so schnell wie kein anderer im Alter von 15 zuvor. In jenem Jahr 2002, hatte er, wie andere kenianische Weltklasseläufer in der Vergangenheit auch, ein Stipendium bekommen und war ins laufsport-verrückte Japan gezogen. Seitdem lebte er bis 2008 wechselnd in Japan und in Kenia. In seiner zeitweiligen Heimatstadt Fukuoka startete er für eines jener japanischen Unternehmen (Toyota), das ein Team von professionellen Läufern unterhielt.

„Das war am Anfang nicht einfach in Japan, aber ich hatte einen sehr rücksichtsvollen Lehrer, der mir geholfen hat“, erzählte Sammy Wanjiru, der nach Kenia zurückgekehrte, weil er dort besser trainieren konnte und starke Trainingspartner wie Martin Lel hatte. Wanjiru gehörte zur Trainingsgruppe des italienischen Managers Dr. Gabriele Rosa. Zum Olympiasieger gemacht hatte Wanjiru sein damaliger Trainer Koichi Morishita. Der Japaner hatte beim olympischen Marathon in Barcelona 1992 die Silbermedaille gewonnen.

Im Männerbereich hatte Sammy Wanjiru erstmals in Brüssel 2005 für Aufsehen gesorgt, als er im 10.000-m-Weltrekordlauf von Kenenisa Bekele (Äthiopien) den Junioren-Weltrekord auf 26:41,75 Minuten verbesserte. 15 Tage später brach der damals 18-Jährige den Halbmarathon-Weltrekord in Rotterdam mit 59:16 Minuten. Nachdem Haile Gebrselassie die Marke zwischenzeitlich verbessert hatte, nahm Sammy Wanjiru dem Äthiopier den Rekord 2007 wieder ab. In Den Haag steigerte er sich im Frühjahr auf 58:33. Dann lief er in Fukuoka im Dezember sein Marathon-Debüt mit starken 2:06:39 Stunden. Das war damals die drittbeste Debützeit aller Zeiten über die 42,195 km.

Für den kenianischen Youngster war es in Peking bei Olympia 2008 dann erst der dritte Marathon seiner Karriere. Im April 2008 war er knapp geschlagener Zweiter beim London-Marathon in 2:05:24 Stunden. In Peking war er unschlagbar.

„Unsere Athleten haben für Kenia schon viele Medaillen gewonnen, aber ich bin froh, dass ich diese hier gewonnen habe. Es ist ein schönes Gefühl, Geschichte geschrieben zu haben für Kenia“, hatte Samuel Wanjiru erklärt, nachdem er als erster Kenianer einen olympischen Marathon gewonnen hatte. Dabei hatte Wanjiru zudem einen olympischen Rekord gebrochen, der drei Jahre älter war als er selber. Der damals 21-Jährige war trotz hoher Temperaturen nach beeindruckenden 2:06:32 Stunden im Ziel und damit fast drei Minuten schneller als Carlos Lopes. Der Portugiese hatte 1984 in Los Angeles in 2:09:21 Stunden gewonnen. Spätestens nach seinen Halbmarathon-Weltrekorden in den Jahren 2005 und 2007 war zu erwarten, dass Sammy Wanjiru der nächste große kenianische Marathonläufer werden würde. Er wurde dann nicht nur Kenias erster Marathon-Olympiasieger, er war auch der erste, der dieses Gold gewann und die Sprachenkombination Englisch, Swahili und Japanisch fließend beherrschte. Bei der Pressekonferenz beantwortete er damals in Peking auch Fragen auf Japanisch.

„Den Marathon-Weltrekord von Haile zu brechen, das ist mein nächstes Ziel“, erklärte Sammy Wanjiru damals. Er gewann zwar die hochkarätigen Marathonrennen von London 2009 (mit Streckenrekordzeit und persönlicher Bestzeit von 2:05:10 Stunden) und Chicago (2009 und 2010/das letzte Rennen seines Lebens), doch das Weltrekord-Ziel erreichte er nicht mehr.

Text: race-news-service.com

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Gebrselassie auch in Manchester vorne

[16.05.2011] - Einen Monat nach seinem Halbmarathonrennen in Wien ist Haile Gebrselassie auch über 10 km in Manchester zu einem souveränen Sieg gelaufen. Beim Bupa Great Run schaffte der Äthiopier dabei sogar einen Hattrick. Der 38-Jährige gewann das Rennen in 28:10 Minuten deutlich vor dem Briten Chris Thompson (28:21). Haile Gebrselassie hatte auf den Straßen von Manchester bereits in den Jahren 2005, 2009 und 2010 triumphiert. Bei den Frauen setzte sich überraschend die Britin Helen Clitheroe in 31:45 Minuten durch. Mit einer Meldezahl von 38.000 Läufern, die in mehreren Wellen über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Stunden starteten, gehört der Great Manchester Run zu den größten 10-km-Läufen der Welt.


Haile Gebrselassie war in Manchester nicht zu schlagen.
© photorun.net

Wind, kühle Temperaturen von rund 12 Grad Celsius und phasenweise leichter Regen waren keine Bedingungen für schnelle Zeiten. In einem Rennen ohne Tempomacher sorgte Haile Gebrselassie dennoch für einen schnellen Beginn. Gegen den Wind laufend, führte er die Spitzengruppe in 2:45 Minuten durch den ersten Kilometer. Da jedoch keiner der Konkurrenten sich an der Führungsarbeit beteiligte, ließ es der Äthiopier in der Folge etwas ruhiger angehen. Die 5-km-Marke passierte eine rund zehnköpfige Spitzengruppe in 14:16 Minuten. Als bald danach auf dem Rückweg in Richtung Stadtzentrum der Wind in den Rücken der Läufer wehte, forcierte Haile Gebrselassie wieder das Tempo. Mit Kilometerzeiten von rund 2:45 Minuten riss er die Spitzengruppe auseinander. Lediglich Chris Thompson konnte zunächst noch mit dem Marathon-Weltrekordler mithalten. Der neunfache Crosslauf-Europameister Serhiy Lebid (Ukraine) lag an dritter Stelle, gefolgt von Craig Mottram (Australien) und Martin Fagan (Irland).

"Ich war überrascht, wie gut er lief, denn ich kannte ihn vorher nicht", sagte Haile Gebrselassie über die Leistung von Chris Thompson. Der 10.000-m-EM-Zweite von Barcelona 2010 musste den Äthiopier erst an der 8-km-Marke ziehen lassen. "Wenn ich gewonnen hätte, wäre das wie in einem Traum gewesen. Aber ich habe mich auch so gut geschlagen und es war ein großes Rennen für mich", sagte Chris Thompson. Der 30-Jährige hatte als Zweiter mit 28:21 Minuten vier Sekunden Vorsprung vor Serhiy Lebid (28:25). Craig Mottram (28:36) und Martin Fagan (28:39) belegten die nächsten Ränge.

"Ich mag die Atmosphäre bei diesem Rennen und wäre gerne schneller gelaufen, aber der Wind war sehr unangenehm", sagte Haile Gebrselassie, der bei normalen Bedingungen in der Lage sein dürfte, mindestens 40 Sekunden schneller zu rennen. Nach seinen 28:10 Minuten von Manchester konzentriert sich Haile Gebrselassie nun auf die Vorbereitung eines Herbst-Marathons, bei dem er sich mit einer schnellen Zeit für Olympia 2012 in London qualifizieren möchte. "Es ist noch nicht entschieden, wo ich im Herbst Marathon laufe", sagte Haile Gebrselassie, der in Wien erklärt hatte, dass er am liebsten in Berlin am 25. September starten würde.

Im Alter von 37 Jahren erlebt währenddessen Helen Clitheroe die beste Zeit ihrer Karriere. Im März wurde sie überraschend Hallen-Europameisterin über 3.000 m, jetzt triumphierte sie unerwartet auch in Manchester. Bei den schwierigen Bedingungen lief die Britin zudem mit 31:45 Minuten erstmals in ihrer Karriere unter 32 Minuten. Ihre Bestzeit steigerte sie dabei gleich um 30 Sekunden.

Helen Clitheroe lief von Beginn an in einer Spitzengruppe, die die 5-km-Marke nach 16:06 Minuten erreichte. Immer wieder forcierte sie dann in der Folge das Tempo und nach 8 km konnte sie sich schließlich entscheidend lösen. Sie ließ die Commonwealth Games-Siegerin über 10.000 m, Grace Momanyi (Kenia), und Christelle Daunay (Frankreich) hinter sich. Daunay konnte dann noch Momanyi überholen und sicherte sich Rang zwei, während Clitheroe den letzten Kilometer in erstaunlichen 3:01 Minuten zurück legte.

„Ich freue mich, dass ich bei diesen Bedingungen eine derartige Zeit gelaufen bin”, erklärte die Siegerin, die sich nun auf den Europa-Cup über 10.000 m am 4. Juni in Oslo vorbereitet.

Text: race-news-service.com

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Kimaiyo und Mohammed siegen in Düsseldorf, Hitze-Ko für Weidlinger, Fitschen kämpft sich durch

[09.05.2011] - Hitze und Wind machten den Topläufern in Düsseldorf am Sonntag einen Strich durch die Rechnung. Während die erhofften Streckenrekorde außer Reichweite waren, gewannen Nahashon Kimaiyo und Merima Mohammed den Metro Group Marathon Düsseldorf. In dem Hitzerennen lief der 28-jährige Kenianer beachtliche 2:10:54 Stunden und gewann vor Vasyl Remshchuck (Ukraine/2:13:09) sowie Jonathan Yego (Kenia/2:13:50). Während Günther Weidlinger (Österreich) das Rennen nach 25 km aufgab, kämpfte sich Jan Fitschen (TV Wattenscheid) bei seinem Debüt als Achter in 2:20:15 durch. Mit Merima Mohammed setzte sich bei den Frauen die Favoritin souverän durch. Die erst 18-jährige Äthiopierin war nach 2:28:15 im Ziel am Rhein. Ihr folgten Leah Malot (Kenia/2:33:21) und Agnieszka Gortel (Polen/2:33:48). Hohe Temperaturen von am Ende gut über 20 Grad im Schatten und ein starker Wind hatten die Hoffnungen auf Streckenrekorde und deutlich schnellere Zeiten zunichte gemacht. Rahmen-Wettbewerbe hinzugerechnet, beteiligten sich rund 14.000 Läufer in Düsseldorf.


Nahashon Kimaiyo kämpft sich durch die Düsseldorfer Hitze zum größten Sieg seiner Karriere.
© photorun.net

Im Männerrennen kamen etliche der Topathleten mit der Hitze nicht zurecht. Bereits weit vor der 20-km-Marke stiegen die ersten vorzeitig aus, selbst die Tempomacher konnten nicht die Erwartungen erfüllen. Auch der als Pacemaker eingesetzte André Pollmächer (Rhein Marathon Düsseldorf) lief nur bis 18 km statt wie geplant bis zum Halbmarathon an der Spitze. Schon zu diesem frühen Zeitpunkt löste sich Nahashon Kimaiyo, der in Düsseldorf trotz der Hitze seine Bestzeit von 2:10:36 nur knapp verpasste, aus der Führungsgruppe und erlief in der Folge einen großen Vorsprung. Die Halbmarathonmarke passierte er nach 63:55 Minuten. Und auch noch nach 25 km lag Nahashon Kimaiyo auf Kurs für eine Zeit unter dem Streckenrekord (2:08:32). "Als der Tempomacher bei Kilometer 18 ausstieg, hatte ich die Wahl: Entweder ich bleibe in der Gruppe und laufe 2:15 Stunden oder ich versuche es alleine. Ich wollte den Kursrekord brechen, aber es war einfach zu warm und ab Kilometer 31 hatte ich auch noch starken Gegenwind. Schade, denn es ist eine schnelle Strecke", sagte Nahashon Kimaiyo.

In 2:20:15 Stunden erreichte Jan Fitschen bei seinem Debüt als Achter das Ziel. "Ich bin tausend Tode gestorben und eigentlich ging schon nach 15 Kilometern nichts mehr. Deswegen bin ich heilfroh, dass ich überhaupt durchgekommen bin", sagte der 33-Jährige und fügte hinzu: "Das waren alles andere als optimale Bedingungen, aber die Tagesform stimmte auch nicht." Nach der ersten Hälfte lag Jan Fitschen mit einer Zwischenzeit von 67:15 Minuten noch sehr gut im Rennen für die avisierte Zeit unter 2:15 Stunden. Doch als kurz danach der Tempomacher schlapp machte und die kleine Gruppe auseinander fiel, wurde es hart für Jan Fitschen. Der 10.000-m-Europameister von 2006 hatte vor dem Rennen noch gesagt, dass er hofft, mit einem defensiven Anfangstempo dem "Mann mit dem Hammer" entgehen zu können. Doch der kam nun viel früher als gedacht, kurz nach dem Halbmarathon und nicht erst jenseits der 30-km-Marke. "Ich lief plötzlich alleine gegen den Wind, ich wurde immer langsamer und es fühlte sich an wie ein Vier-Minuten-Tempo pro Kilometer. Ich dachte, ich schaffe es nicht."

Noch schlimmer erwischte es Günther Weidlinger. Österreichs Rekordhalter (2:10:47 Stunden) erlitt einen Hitze-Ko. Nachdem er noch an der Halbmarathonmarke, die er in 65:45 Minuten erreichte, gut im Rennen lag und locker wirkte, schwankte er bei 23,5 km plötzlich. Weidlinger versuchte weiterzulaufen, doch als bei 25 km ein zweiter Kollaps folgte, war das Rennen für ihn beendet und er musste sich in ärztliche Behandlung begeben. Am Nachmittag hatte sich Günther Weidlinger aber wieder erholt.

Ebenfalls im wahrsten Sinne auf der Strecke blieb Martin Beckmann (LG Leinfelden-Echterdingen). Der 33-Jährige erlitt etwa nach der Hälfte des Rennens einen Asthmaanfall und musste ebenfalls medizinisch behandelt werden. So hart waren die Bedingungen für die Topathleten, dass nur etwa die Hälfte von den verpflichteten Läufern ins Ziel kamen. „Wir hatten wahrlich kein schlechtes Feld am Start, aber auch die Afrikaner vertragen diese Wärme nicht unbedingt“, sagte Christoph Kopp, der in Düsseldorf für die Eliteläufer zuständig ist.

Ebenso souverän wie Nahashon Kimaiyo gewann Merima Mohammed am Rhein. Sie lief mit Hilfe von Tempomachern von Beginn an ihr eigenes Rennen. Schon nach 10 km hatte die junge Äthiopierin über eine halbe Minute Vorsprung. Bei der Halbmarathonmarke waren es dann bereits eineinhalb. Diesen Punkt passierte Merima Mohammed, die mit einer Weltklasse-Bestzeit von 2:23:06 nach Düsseldorf gekommen war, in 1:13:25 Stunden. Doch ihre ursprüngliche Hoffnung auf ein Ergebnis von deutlich unter 2:25 musste auch sie in der Hitze aufgeben. „Die Hitze war nicht angenehm. Ich trainiere im Hochland in über 2.000 Metern Höhe, da ist es deutlich kühler“, sagte Merima Mohammed. Während die Titelverteidigerin Natalya Volgina (Russland) zu jenen Athletinnen zählte, die aufgaben, war Melanie Schulz (LG Ohra Hörselgas) die schnellste deutsche Läuferin in der Hitze. Sie lief in 2:52:04 ins Ziel und belegte wie Jan Fitschen Rang acht.

Streckenrekord in Hannover

Ähnlich schwer waren die Bedingungen auch beim fast zeitgleich gestarteten Hannover-Marathon am Sonntag. Dennoch gab es bei den Männern zwei Zeiten von unter 2:10 Stunden sowie einen Kursrekord bei den Frauen. Lusapho April (Südafrika) gewann das Rennen in 2:09:25 Stunden mit zehn Sekunden Vorsprung vor Peter Kurui. Dritter wurde Amos Matui (beide Kenia) mit 2:10:07.

Die neue Streckenrekordlerin des Hannover-Marathons heißt Georgina Rono. Die Kenianerin gewann in 2:31:19 Stunden vor ihrer Landsfrau Irene Kwambai (2:33:09) und der Italienerin Emma Quaglia (2:33:23). Auf Rang fünf lief Katharina Heinig (Eintracht Frankfurt), die sich auf 2:42:10 verbesserte.

Text: race-news-service.com

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Stephen Kiogora läuft Düsseldorf-Marathon

[03.05.2011] Marathon-Debütant Jan Fitschen (TV Wattenscheid) und Österreichs Rekordhalter über die 42,195 km, Günther Weidlinger (2:10:47 Stunden), bekommen beim Metro Group Marathon Düsseldorf am 8. Mai starke Konkurrenz. Einer der Favoriten des Rennens wird Stephen Kiogora sein. Der 36-jährige Kenianer hat in der Vergangenheit eine Reihe von erstklassigen Platzierungen bei hochklassigen Rennen erreicht. 2004 war Stephen Kiogora Vierter beim Boston-Marathon und Siebenter in Chicago. Zwei Jahre später erreichte er Platz zwei in New York, und 2007 war er Vierter in Boston.


Stephen Kiogora läuft am kommenden Sonntag den Düsseldorf-Marathon.
©photorun.net

Die Bestzeit des Kenianers, der 2005 den Las Vegas-Marathon gewann, steht bisher bei 2:09:21 Stunden. Damit ist Stephen Kiogora jedoch nicht der schnellste Läufer im Feld in Düsseldorf. Bisher ist in dieser Hinsicht Chala Lemi die Nummer eins. Der Äthiopier erreichte 2009 als Zweiter des Toronto-Marathons 2:08:49. Nachdem im vergangenen Jahr überraschend der Moldawier Iaroslav Musinschi den Streckenrekord auf 2:08:32 Stunden verbessert hatte, dürfte diese Marke ein Ziel sein.

Bei den Frauen haben die Düsseldorfer eine starke äthiopische Läuferin verpflichten können: Die erst 18-jährige Merima Mohammed kommt mit einer persönlichen Bestzeit von 2:23:06 Stunden nach Düsseldorf. Diese Topzeit erzielte sie im vergangenen Jahr als Dritte des Toronto-Marathons. In diesem Jahr zeigte sie bereits gute Form, als sie beim warmen Mumbai-Marathon in Indien als Zweite 2:26:57 erreichte. Dabei lag sie nur eine Sekunde hinter ihrer Landsfrau Koren Yal. Für Merima Mohammed wird es in Düsseldorf darum gehen, den Streckenrekord von 2:26:44 Stunden zu unterbieten. Luminita Zaituc (Deutschland) hält diese Marke seit 2005.

Text: race-news-service.com

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